Schlachtensee - 05.10.2003

Aspiranten Nach dem kraftzehrenden laking der beiden Vortage in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sollte am 5. Oktober 2003 endlich auch das Bundesland Berlin lakend entjungfert werden. An Seen fehlt es dem grünen Stadtstaat ja nicht. Aber es sind, von dem lakerisch hochinteressanten Wannsee, dem flugzeugverseuchten Tegeler See sowie dem riesigen Müggelsee abgesehen, nicht eben die größten Gewässer, die Berlin anzubieten hat. Für den Abreisetag kam aber einer der vielen Berliner junk-food-Seen, knapp dem Lakermaßstab von 1:300000 gehorchend, durchaus gelegen. Zumal sich neben einigen anderen Aspiranten, die allesamt ängstlich ihre Aufnahmeprüfung erwarteten, auch ein greiser Hund daran machte, den Statuten des ADLV zu genügen: Othello, fast schon biblische 14 Hundejahre alt.
Seiner angeschlagenen Hüfte und dem altersschwachen Herzen zuliebe fiel die Wahl auf den Schlachtensee. Den sollte der alte Wadenbeißer voraussichtlich bewältigen, ohne unterwegs schlapp zu machen oder sogar sein Leben auszuhauchen (auch wenn Alt-Laker Ralf K. erkennen ließ, daß ihm ein erstes laking-Opfer gar nicht unwillkommen wäre, indem dadurch der Wert der Extremsportart laking gesteigert würde).
ULF Schon beim Start zur Erstbelakung des Schlachtensees sprengten die Laker Uli A., Herbert A. und U.L.F.-Ralf K. in ihrer Kampfkleidung den Rahmen der nicht wenigen Sonntagsspaziergänger. Der raumgreifende Schritt, mit dem dann die Umrundung in Angriff genommen wurde, schüchterte das gewöhnliche Volk endgültig ein. Ehrfürchtig machte es Platz, sobald es der vorwärtsstürmenden Laker ansichtig wurde, für die der Schlachtensee außer querstehenden Kinderwagen, trödelnden Rentnern und anderen Sozialbehinderungen auch reichlich wenig Widerstand bot. Zu glatt führte der Wanderweg um den See herum. Insbesondere manchem Alt-Laker war das Mißvergnügen anzusehen, sein professionelles Lakerschuhwerk derart unwürdig an kultivierte Wege zu verschwenden bzw. das staunende Volk mit den obligatorischen, lautstark geführten Geprächen über menschliche Fortpflanzungstechniken zu entsetzen. Immerhin: die landschaftliche Schönheit des Schlachtensees war unübersehbar. Und die Liegewiesen rund um den S-Bahnhof Schlachtensee luden ein, die weibliche Vielfalt und Fülle wenigstens zu imaginieren, die sich sommers dort so textil- wie schamfrei ausstellt.
Nach einer knappen Stunde hatten die ersten Laker den See umrundet und ihr vorläufiges Ziel erreicht: die Fischerhütte am Schlachtensee, ein überdimensionierter Biergarten direkt am Wasser. Vorläufig deshalb, weil die Alt-Laker Uli A., Ralf K. und Katrin H. sowie die Aspiranten Christiane und Robert später noch die angrenzende Krumme Lanke (entsprechender Bericht) erstbelakten. Zuvor war aber der Höhepunkt des Tages erreicht: die strenge Prüfung der Aspiranten und, soweit sie die Prüfung bestanden, ihre weihevolle Aufnahme als neue Voll-Laker. Hinsichtlich des Hundes Othello, der leicht humpelnd und hörbar keuchend als welterster Hund einen See statutengemäß belakt hatte, war absehbar, daß er die schriftliche Prüfung nicht bestehen würde. Man erließ ihm darum die Qual, sich mit einem Stift zwischen den Pfoten an den Fragebogen zu setzen, und verlieh ihm formlos den Status des assoziierten Mitglieds. Umso mehr erfreute man sich bei einigen Bieren an der Qual der Aspiranten Christiane, Robert, Suzan und Alexander, deren Köpfe über den listigen Fall­stricken der Fragebögen kräftig zu rauchen begannen.
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Schwere Prüfung Wie schwer die Prüfung tatsächlich war, zeigte sich, als Aspirant Robert die nötige Mindestpunktzahl leider verfehlte und sang- und klanglos durchgefallen war. Eine etwas sorgfältigere Vorbereitung hätte jedoch auch den anderen drei Prüflingen gut angestanden, keiner von ihnen bestand mit null Fehlern. Das war peinlich, zeigte aber erneut, daß laking eben mehr ist als das plattfüßige Umrunden von Seen, zumal solcher Platitüden, wie der Schlachtensee unter Laker-Gesichtspunkten genannt werden muß.

Zusatz 1: Alexander G. erhielt nach leidlich erfolgreich bestandener Prüfung den Laker-Namen Ferdi zugeteilt.
Zusatz 2: Den Schlachtensee nur im Sommer belaken, wenn die Liegewiesen (s.o.) voll belegt sind.
Bewertung Schlachtensee (in Punkten von 6 möglichen)
Anspruch: 1
Seekontakt: 6
Naturschönheit: 3
Umrundungslänge: 6,44 km
Verbrauchte Kalorien: 560,2
Anzahl der Schritte: 7236

Laking-Bericht: Ferdi G.

Links
Alter Bericht: Schlachtensee
Wikipedia: Schlachtensee
Google Maps: Schlachtensee

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