Stechlinsee - 02.05.2009

Stechlinsee "Im Norden der Grafschaft Ruppin, hart an der mecklenburgischen Grenze, zieht sich von dem Städtchen Gransee bis nach Rheinsberg (und noch darüber hinaus) eine mehrere Meilen lange Seenkette durch eine menschenarme, nur hie und da mit ein paar alten Dörfern, sonst aber ausschließlich mit Förstereien, Glas- und Teeröfen besetzte Waldung. Einer dieser Seen heisst der >Stechlin<. Zwischen flachen, nur an einer einzigen Stelle steil und quaiartig ansteigenden Ufern liegt er da, rundum von alten Buchen eingefaßt, deren Zweige, von ihrer eigenen Schwere nach unten gezogen, den See mit ihrer Spitze berühren. Hie und da wächst ein wenig Schilf und Binsen auf, aber kein Kahn zieht seine Furchen, kein Vogel singt, und nur selten, daß ein Habicht darüber hinfliegt und seinen Schatten auf die Spiegelfläche wirft. Alles still hier." (Theodor Fontane - „Der Stechlin")

Über hundert Jahre später hat sich nicht viel geändert.
Am Morgen des 2. Mai 2009 herrscht Aufbruchsstimmung. Justus und Hannah warten auf ihre Patenonkels, die heute mit ihnen einen Ausflug geplant haben. Als Ria und ich den Kindern eröffnen, daß wir den Tag dazu nutzen werden, zum Großen Stechlinsee zu fahren und diesen zu umrunden, ist die Freude bei ihnen noch größer, daß sie nicht mitkommen müssen. Echter Lakernachwuchs sieht anders aus.
Luisenhof Als die Kinder abgeholt sind, machen wir uns auf den Weg nach Neuglobsow, dem Startpunkt der Seeumrundung. Kurz vor 11 Uhr erreichen wir unser Ziel. Neuglobsow ist ein kleines verschlafenes Dorf, daß einen nicht geringen Teil seiner Wirtschaftskraft aus der Parkraumbewirtschaftung entnimmt. Von einem dieser Wirtschaftszentren müssen wir noch 500m zum Großen Stechlinsee laufen. Als wir das Ufer erreichen, breitet sich der See an diesem wunderschönen frühlingsmorgen ganz ruhig vor uns aus.

Statutenreiter am See Statutenreiter tut sportlich Mit einer Tiefe von 69m ist er der tiefste See Brandenburgs. Da seine Wasseroberfläche auf 60m uber NN liegt, befindet sich sein tiefster Punkt unterhalb des Meeresspiegels.
Wir gehen nach rechts und beginnen auf dem Uferweg, den See yzu bezwingen. Dieser führt durch Buchen- und Kiefernwälder meistens am Seeufer entlang. Nur manchmal, wenn das Ufer in Sumpf übergeht, müssen wir uns etwas vom See entfernen.

AKW Rheinsberg Nach 2/3 der Strecke kommen wir am AKW Rheinsberg, dem ersten AKW der DDR, vorbei. Momentan wird es abgebaut. Am unzäunten Gelände lädt ein Schuld zu Besichtigungen ein, doch da wir unsere Geigerzähler heute nicht dabei haben, ziehen wir es vor, uns schnell aus dem Gebiet zu entfernen.

Statutenreiter Die Frau des Statutenreiter Kurz vor Ende wartet dann noch eine kleine Überraschung auf uns. Wir passieren das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Abteilung Limnologie geschichteter Seen. Am Eingang sind mehrere Schautafeln angebracht, auf denen die Forschungstätigkeit des Instituts vorgestellt und auf die Bedeutung der Limnologie hingewiesen. Spontan wollen wir die Grüße der Lakingbewegung überbringen, doch kein Mensch ist zu sehen, der diese entgegennehmen kann. Samstags scheint die Limnologie Ruhetag zu haben.

Zum Abschluss ein Bier Um 14:45 Uhr erreichen wir nach 17,5km den Ausgangspunkt unserer Tour. Mit einem Bier auf der Badewiese lassen wir das Laking ausklingen und schauen den ersten Wagemutigen zu, die sich in das kalte Wasser stürzen.

Seenähe: 5
Schönheit: 5
Schwierigkeit: 1

geschrieben vom Statutenreiter, Mai 2009

Links
Alter Bericht: Stechlinsee
Wikipedia: Stechlinsee
Google Maps: Stechlinsee

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